Karōshi – Tatort  Arbeitsplatz.          



Hierzulande kennt man die Sache wohl eher als Burn Out oder als auffällige Symptome einer Überarbeitung in Folge eines Workerholic-Daseins. In Japan werden Business-Menschen geradezu „herangezüchtet“, die aber dennoch nicht gegen Überlastung gefeit sind und im schlimmsten Falle unter der Dauerbelastung leblos zusammenbrechen. Doch was treibt einen so weit, dass man nach Arbeit süchtig wird und alles andere um sich herum vergisst? Wie schön kann Karriere denn sein?

Das Problem ist augenscheinlich, dass man gar nicht merkt wie sich dieses Bedürfnis nach Stress anschleicht und allmählich Bestandteil jedes Lebensbereichs wird. Ein paar Überstunden hier und da gehören doch quasi zum guten Ton und wer einen bleibenden Eindruck im positivsten Sinne hinterlassen möchte, der wird sich ordentlich in ein Projekt und dessen Arbeit hinein knien, damit man sich an ihn erinnert und ihn auch beim nächsten mal hinzu bittet.

Gerade Frischlinge stehen vor einer harten Bewährungsprobe in der Arbeitswelt, die sie nicht verspielen wollen, wenn sie es endlich geschafft haben die Stellenangebote hinter sich zu lassen und auf dem besten Weg sind, selbst Karriere zu machen. Da wird man nicht murren, wenn der Chef um Einsatz bittet und auch die nächsten beiden Wochenenden keine freie Minute beinhalten werden, sondern ordentlich ranklotzen. Schließlich geht es hier um den Traumjob.






Wie groß die Gefahr wirklich ist, sich in seinem Beruf zu verlieren – was nebenbei gesagt etwas vollkommen anderes ist, als in ihm aufzugehen – wird gern unterschätzt. Das Tragische dabei, der Betroffene selbst will es meist nicht wahrhaben und nimmt die Warnhinweise von Freunden, Verwandten und dem eigenen Körper erst für voll, wenn es schon fast zu spät ist. Arbeitsdruck zu spüren, fördert bei vielen Menschen die Produktivität und lässt diese zur Höchstform auflaufen, doch zu viel davon, löst Dauerstress der ungesunden Sorte aus und zieht Geist, Körper und das soziale Umfeld schwer in Mitleidenschaft. Was also tun? Die Reißleine rechtzeitig ziehen, wenn man merkt, dass einem in der Freizeit die Decke auf den Kopf fällt und man bei jeder Gelegenheit abschweift und über die noch zu erledigende Arbeit nachdenkt, selbst wenn der Gegenüber gerade den Augenblick nutzen wollte, um einen kleinen Flirt anzuzetteln. Wer sich überhaupt nicht mehr auf anderes konzentrieren kann und will, steckt den Großteil seiner Kraft in seinen Job und das kann ihm oder ihr buchstäblich das Genick brechen. Bevor man also ausgebrannt zu gar nichts mehr in der Lage ist und eine längere Zwangspause braucht, ist es ratsam, inne zuhalten, abzuschalten und sich Momente der Ruhe zu gönnen.

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